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Neujahrsvorsatz Nichtrauchen – So gelingt der Start in ein rauchfreies Leben

Ein paar Tage ist es nun schon wieder alt, das neue Jahr. Und wie jedes Mal, wenn die letzte Ziffer der Jahreszahl sich um 1 erhöht, steht bei vielen Menschen eine grundlegende Veränderung auf dem Plan. Gesünder leben, mehr Sport treiben, mit dem Rauchen aufhören: Diese guten Vorsätze sind besonders weit verbreitet und – man höre und staune! – es gibt immer wieder Fälle, in denen sich die hehren Pläne tatsächlich erfüllen. Kommen wir gemeinsam dem Erfolg auf die Spur!

Instinktiv wissen wir, dass der Beginn eines neuen Jahres die Chance erhöht, Lebensveränderungen ganz real durchzusetzen. Das liegt natürlich nicht nur daran, dass aus einer 7 plötzlich eine 8 oder, demnächst, aus einer 8 eine 9 wird! Nein, der Grund dafür ist darin zu suchen, dass der Beginn eines neuen Jahres emotional als echter Neustart wahrgenommen wird. Zum Ende des alten Jahres wird in den meisten Betrieben eine gründliche Inventur durchgeführt, eine Bestandsaufnahme über alles, was aktuell vorhanden ist. Auch im privaten Leben neigen wir zum Jahresabschluss dazu, auf das Vergangene zurückzublicken, nachzuschauen, was wir gewonnen oder verloren haben, um den Punkt, an dem wir jetzt stehen, genauer zu lokalisieren. Und diese persönliche Inventur führt ganz automatisch dazu, dass wir das neue Jahr wie einen Neustart erleben!

Die Motivation, endlich das Rauchen aufzugeben, könnte nicht höher sein als genau zu diesem Zeitpunkt. Die sogenannten »Tage zwischen den Jahren« wirken zudem wie eine Zäsur, eine Art Wendepunkt, der dazu einlädt, alles Festgefahrene noch einmal zu überdenken und nach Möglichkeit neu zu ordnen. Vielen frischgebackenen Nichtrauchern gelingt es dann auch tatsächlich, zumindest in den ersten Tagen und Wochen des Monats Januar, nicht zum Glimmstängel zu greifen, bis das alltägliche Leben allmählich wieder Macht über sie gewinnt. Und mit dem gewohnten Alltag kehrt die Lust aufs Rauchen beinahe unwiderstehlich zurück. Jetzt startet erst die eigentliche Herausforderung: das Durchhalten gegen alle Widerstände, so lange, bis der Gegenwind erlischt und du, wie Phönix aus der Asche, am Beginn eines rauchfreien Zeitalters stehst.

 

Alltägliche Gewohnheiten stimulieren den Hype auf eine Zigarette, das habt ihr sicher selbst längst schon festgestellt. Wer es seit Jahren gewohnt ist, morgens nach dem Aufstehen zuerst einen Kaffee und eine Zigarette zu genießen, der wird beim Duft des Morgenkaffees noch lange an seine Glimmstängel denken und die Sehnsucht nach ihnen verspüren. Ehemalige »Gesellschaftsraucher«, die bevorzugt dann zu den Zigaretten griffen, wenn sie abends mit Freunden zusammensaßen, werden sicher in eben dieser Situation lange noch kribbelige Finger bekommen. Viele Raucher genehmigen sich auch vor allem dann eine Zigarette, wenn sie sich gestresst, einsam oder hilflos fühlen, und stabilisieren mit diesem Hilfsmittel ihre Emotionen. In all diesen Situationen gilt es, einen zufriedenstellenden Ersatz für die gewohnte Zigarette zu finden und sich nach und nach an diesen zu gewöhnen. Schließlich war niemand von Geburt an Raucher, sondern irgendwann erfolgte eine Gewöhnung an die tägliche Zigarette – und dieser Prozess funktioniert auch mit einem Substitut. Manche Ex-Raucher nutzen in den ersten Monaten der Entwöhnung einen Stressball, den sie mit den Fingern kneten, andere ergreifen die Gelegenheit und wenden sich dem Sport zu. Vielleicht lässt sich der morgendliche Kaffee auch durch Tee ersetzen, um den stimulierenden Duft aus der Nase zu bekommen – und beim abendlichen Treffen mit Freunden bleiben die Hände am schönen, großen Latte Macchiato, den es genussvoll statt der Kippen zu konsumieren gilt.

 

Es lohnt sich gewiss auch, sich immer wieder die guten Gründe ins Gedächtnis zu rufen, die zu dem Entschluss führten, das Rauchen an den sprichwörtlichen Nagel zu hängen. Mehr Geld für sinnvollere Dinge in der Tasche zu haben, gehört dabei sogar eher zu den netten Randerscheinungen! Für die meisten Ex-Raucher dominierte der Wunsch, möglichst lange bei guter Gesundheit zu bleiben, denn ein gesunder Körper lässt sich für kein Geld der Welt kaufen. Aber auch unser Alltagsleben wird durch das Rauchen allzu negativ beeinflusst, denn der innere Zwang, zur Zigarette zu greifen, taucht allzu häufig in völlig unpraktischen Situationen auf. Zum Beispiel musst du mitten im Gespräch mit netten Leuten mal eben nach draußen gehen, um deine Sucht zu befriedigen, und bekommst so einen Teil der Kommunikation überhaupt nicht mit. Oftmals verlässt du zugleich einen warmen, angenehm trockenen Ort, um dich im nächsten Moment in Regen, Kälte und Sturm wiederzufinden. Noch weniger erfreulich fühlt es sich an, für die Raucherpause einen spannenden Film oder ein Spiel zu unterbrechen, insbesondere dann, wenn es richtig spannend wird. Auch soziale Events zu pausieren, zum Beispiel wenn du dich mit Kumpels in einem Casino befindest und der Roulettekessel sich gerade munter dreht, sind negative. Statt jetzt vor die Tür zu gehen und zu rauchen, könntest du dich als Nichtraucher wunderbar auf die richtige Herangehensweise und Taktik konzentrieren, und dabei richtig tief ins Spiel hineinfinden. Unterbrochene Erlebnisse wirken nämlich weniger intensiv und bereiten dementsprechend keine maximale Freude – und das gilt nicht nur für dich, sondern auch für deine Begleitung! Das bekommst du zum Beispiel auch zu spüren, wenn du während deines liebsten Hobbys den Hype aufs Rauchen nicht unterdrücken kannst. Es soll sogar Laien-Fußballer geben, die regelmäßig im Spiel den Spielfeldrand aufsuchen, um dort ganz schnell »eine zu rauchen«! Nicht mehr rauchen zu müssen, wirkt in dieser Beziehung wie eine echte Befreiung, nämlich dahin, einfach mal am Ball bleiben zu können und eine Situation unterbrechungsfrei zu genießen. Vom dauerhaft guten Gewissen, das sich nach einiger Zeit bemerkbar macht, ganz zu schweigen.

Natürlich wisst ihr, die ihr das hier lest, ganz genau, dass das Ende der Zigarettensucht euer Leben verbessern wird – sonst wärt ihr wohl nicht ausgerechnet auf meiner Seite gelandet. Trotzdem ist es wichtig, die ganz praktischen Gründe für euren Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören, stets präsent zu halten und diese nicht irgendwo an den Rand eures Bewusstseins zu schieben. Wahrscheinlich gab es in eurem Leben als Raucher sogar richtig prägnante Schlüsselerlebnisse, die euch zum Grübeln brachten und eure Entschlusskraft verstärkten. War es vielleicht die nach Rauch und Nikotin stinkende Wäsche, für die du dich plötzlich geschämt hast? Oder brachte dich der Gedanke an deine gefährdete Gesundheit zum Umdenken? Hat es dich genervt, ständig das gemütliche Zusammensein mit deinen Freunden zu sprengen, indem du dich mitten im Gespräch nach draußen begibst? Oder warst du mit dem Fernbus unterwegs und wurdest dir während der langwierigen, rauchfreien Fahrt zunehmend bewusst, wie sehr du an deinen Kippen hängst und dass die Sucht endlich ein Ende haben muss? Eventuell hat auch ein guter Freund von dir mit dem Rauchen aufgehört und du fühlst dich angespornt, es ihm gleichzutun. Jedenfalls wirkt dieser Freund jetzt sehr viel ausgeglichener und gesünder als zuvor, kurzum würdest du ihn dir gern zum Vorbild nehmen. Sei gewiss, jeder Ex-Raucher hat seine eigene Story parat, die ihn schlussendlich dazu brachte, sich die Freiheit aktiv zurückzuholen. Behalte deine eigene Geschichte fest im Herzen, stets abrufbereit, um dich fest darauf zu stellen und immer wieder zu sagen: »Nein, ich lasse mich von meinem Weg nicht abbringen, denn ich habe schließlich gute Gründe!« Und diese Gründe sind der Fels in der Brandung, an der sich jede Versuchung bricht: Das darfst du dir gern bildlich vorstellen, als kleiner Motivationsverstärker für deine Reise zum rauchfreien Leben, die vielleicht nicht immer einfach, aber auf jeden Fall äußerst befreiend sein wird.

Gute Vorsätze sind noch lange nicht alles, darauf müssen aktive Handlungen folgen. Doch was wären wir ohne ambitionierte Zukunftspläne? Wir würden immer auf der Stelle stehen, stagnieren und vielleicht sogar irgendwohin abrutschen, wo wir gar nicht hinwollen! Der gute Vorsatz ist so etwas wie ein Startsignal, bleibt er aus, findet der gesamte Lauf nicht statt. Wer allerdings auf diesen Schuss nicht hört und weiter auf dem Startblock verharrt, muss zusehen, wie die anderen ihm davonrennen und den Sieg einheimsen. Ich bin mir sicher, du möchtest lieber selbst der Gewinner sein, darum: Lauf einfach los – und gib dein Bestes! Denn so gehört der Sieg eigentlich bereits dir.

 

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