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Nicht Rauchen und gut drauf sein: Warum viele frische Nichtraucher über Aggressionen, Gereiztheit, Depressionen und miese Stimmung nach dem Rauchstopp klagen und was man dagegen tun kann

Eigentlich freut man sich beim nicht Rauchen, die stinkenden Zigaretten losgeworden zu sein und will in sein gesundes, schönes neues Nichtraucher-Leben starten, doch diese positive Aussicht wird vielen frischen Nichtrauchern durch schlechte Laune, depressive Stimmung, Gereiztheit und Heulattacken vermiest. Für viele Nichtraucher bricht nach dem Rauchstopp eine Welt zusammen und sie wissen einfach nicht, warum auf einmal das Leben nicht mehr lebenswert ist.


Warum taucht das Phänomen der „schlechten Stimmung“ so oft in den ersten Tagen beim nicht Rauchen auf?

Nikotin wirkt sich sehr stark auf das Belohnungssystem im Gehirn des Rauchers aus. Jedes Mal, wenn eine Zigarette geraucht wird, bewirkt das Nikotin, dass Glücksstoffe wie Dopamin ausgeschüttet werden. In der Konsequenz setzt der Automatismus ein,dass Rauchen mit etwas überlebenswichtigem gleichgesetzt wird, denn das Belohnungszentrum wird vor allem bei überlebenswichtigen Handlungen wie Schlafen, Essen, Kuscheln oder Sex aktiviert. Somit denkt der Körper, dass auch die Nikotinzufuhr etwas wichtiges ist.

Beim nicht Rauchen kommt die Erstellung von Glücksgefühlen erstmal ins Stocken, denn es gibt kein Nikotin mehr was Glücksgefühle hervorruft. Das Gehirn muss jetzt wieder lernen, dass es bei anderen Reizen den Körper mit Glücksgefühlen belohnen muss. Dieser Einbruch ist ein Grund, warum sich frische Nichtraucher in den ersten Tagen oft schlecht gelaunt, depressiv und unmotiviert fühlen. Es fehlen die gewohnten Glücksgefühle.

Daneben ist die Zeit des Nicht Rauchens ein Umbruch für den Kopf und den Körper. So hat man über Jahrzehnte hinweg geraucht, jeden Tag seine „Zigaretten Rituale“ gehabt und dann ändert sich dieser tägliche Ablauf von einem Tag auf den anderen. Das setzt das Gehirn und den Körper unter Stress. Daneben herrscht beim frischen Nichtraucher ein großer Druck und die Angst vor dem Versagen. Im Prinzip bedeutet das für den Nichtraucher eine unsichere Zeit, das Verlassen einer Komfort-Zone. Hier können Ängste, Sorgen und Zweifel zu einer schlechten Laune, Gereiztheit und auch niedergeschlagenen Stimmung führen.

 

6 Tipps, wie Du wieder gute Laune bekommst

In dieser unsicheren Zeit und bei schlechter Laune fallen viele frische Nichtraucher zurück in die Sucht. Sie verstehen nicht, was mit ihnen los ist und das Nikotinmonster nutzt diese Situation, um sie zu Rauchen bringen. Hier scheitern viele frische Nichtraucher. Doch es gibt Wege, diese schlechte Laune zu umgehen und selber Glücksgefühle zu erzeugen, damit es erst gar nicht zu der angespannten Stimmung kommt.

  • Belohne Dich selbst

Kleine Belohnungen gehören zum Rauchstopp dazu, um das Belohnungssystem anzuregen. So werden Glücksgefühle hergestellt und man freut sich, dass man beim Nikotinentzug durchhält. Kleine Belohnungen können sein: Ein leckeres Stück Kuchen, eine neue Bluse, ein schöner Abend mit Familie und Freunden, ein schöner Blumenstrauß, ein Besuch beim Friseur oder der Massage.

  • Sport ist Glück pur

Beim Sport werden viele Glückshormone ausgeschüttet, weshalb man unbedingt mit Bewegung beim Rauchen aufhören anfangen sollte. Zudem motiviert es den frischen Nichtraucher, wenn er merkt, dass er immer besser beim Sport wird und mehr Kondition hat. Außerdem hilft Sport, den Stoffwechsel anzuregen und eine Gewichtszunahme zu verhindern.

  • Schlafen macht gesund und munter

Ich empfehle Frauen beim Rauchstopp so viel wie möglich zu schlafen. Denn der Körper leistet aufgrund der Entgiftung viel Arbeit. Zudem kann er im Schlaf sehr gut die Giftstoffe abtransportieren. Außerdem fühlst Du Dich nach einem guten Schlaf viel entspannter und glücklicher.

  • Bring Dich auf andere Gedanken

Eine andere Alternative, um die Dopamin Herstellung anzuregen, ist Musik hören. Es ist ein einfaches aber gutes Mittel, Dich wieder in gute Laune-Modus zu bekommen, wenn Du Dich beim nicht Rauchen unglücklich fühlst.

  • Iss Dich glücklich

Einige Lebensmittel helfen Dir, die Glückshormon-Herstellung anzuregen. Vor allem Nahrungsmittel, die viel Tyrosin enthalten, sind hier zu empfehlen. Tyrosin ist eine Aminosäure, die für die Proteinherstellung zuständig ist und die Herstellung von Glückshormonen beeinflusst. Tyrosin findest Du in Avocados, Mandeln, Wassermelonen, Bananen sowie in Kürbiskernen, Sesamsamen und dunkler Schokolade. Des Weiteren solltest Du Walnüsse essen, die viele Omega-3-Fettsäuren haben. Walnüsse wirken sich positiv auf die Dopamin-Herstellung aus. Zudem gelten Kurkuma und Ginko zu Dopamin-Hilfen.

  • Achte auf Dich

Tu Dir was Gutes, achte auf Dich und höre auf Deinen Körper während der Rauchentwöhnung. Jetzt wo Du weißt, warum frische Nichtraucher oft beim Rauchstopp über eine schlechte Stimmung, Weinkrämpfen und Depressionen klagen, kannst Du dafür sorgen, dass Dich diese Phase nicht von Deinem Plan abbringt, mit dem Rauchen aufzuhören.

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